Gehen Sie durch das Regal mit Nahrungsergänzungsmitteln oder stöbern Sie auf einer Wellness-Website, und Sie werden überall ein Wort sehen:
„Getestet.“
Es klingt beruhigend. Wissenschaftlich. Vertrauenswürdig.
Doch genau hier liegt das Problem: „Getestet“ kann vieles bedeuten. Und in vielen Fällen sagt es sehr wenig darüber aus, ob ein Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich wirkt, sobald es sich in Ihrem Körper befindet.
Den Unterschied zu verstehen, ist einer der wichtigsten Schritte, die Sie bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels unternehmen können.
Was bedeutet „getestet“ eigentlich?
Es gibt keine einheitliche Definition.
Ein Nahrungsergänzungsmittel kann verschiedenen Testarten unterzogen worden sein, von denen jede eine ganz andere Frage beantwortet.
Einige Tests bewerten Qualität.
Andere bewerten Stabilität.
Andere untersuchen wie sich ein Produkt im Labor verhält.
Nur wenige versuchen, die Frage zu beantworten, die Verbraucher tatsächlich interessiert:
Wird es vom Körper aufgenommen?
1. Prüfung von Identität, Reinheit und Wirkstoffgehalt
Sie bilden die Grundlage der Qualitätskontrolle von Nahrungsergänzungsmitteln.
Identitätsprüfung bestätigt, dass der auf dem Etikett aufgeführte Inhaltsstoff tatsächlich im Produkt enthalten ist.
Reinheitsprüfung sucht nach unerwünschten Verunreinigungen wie Schwermetallen, Pestiziden, Lösungsmittelrückständen oder mikrobieller Kontamination.
Wirkstoffgehaltsprüfung bestätigt, dass die Menge des Wirkstoffs mit den Angaben auf dem Etikett übereinstimmt.
Diese Tests sind unerlässlich.
Ohne sie lässt sich nicht feststellen, ob ein Nahrungsergänzungsmittel sicher oder korrekt formuliert ist.
Sie beantworten jedoch nicht eine ebenso wichtige Frage:
Kann Ihr Körper es tatsächlich verwerten?
2. Auflösungstests
Mit einem Auflösungstest wird gemessen, wie schnell sich eine Tablette oder Kapsel unter Laborbedingungen auflöst, die den Verdauungstrakt simulieren.
Wenn sich ein Nahrungsergänzungsmittel nicht richtig auflöst, kann die Aufnahme eingeschränkt sein.
Ein bestandener Auflösungstest garantiert jedoch nicht, dass der Wirkstoff letztlich in Ihren Blutkreislauf gelangt.
Es bestätigt lediglich, dass die Darreichungsform ihren Inhalt unter kontrollierten Bedingungen freisetzt.
3. In-vitro-Tests
"In vitro" bedeutet wörtlich "im Glas."
Diese Experimente werden in Laboren mit Zellen, Enzymen oder simulierten Verdauungssystemen durchgeführt.
Sie helfen Forschern zu verstehen, wie sich Inhaltsstoffe verhalten, bevor Studien am Menschen beginnen.
Beispielsweise kann ein Inhaltsstoff in einem Labormodell eine sehr hohe Aufnahmefähigkeit zeigen.
Das menschliche Verdauungssystem ist jedoch weitaus komplexer.
In-vitro-Ergebnisse sagen nicht immer voraus, was im echten Leben passiert.
4. Tierversuche
Tierversuche sind ein wichtiger Schritt in der biomedizinischen Forschung.
Sie ermöglichen es Wissenschaftlern, Mechanismen, Sicherheit und biologische Wirkungen zu untersuchen, bevor Verbindungen am Menschen getestet werden.
Viele vielversprechende Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln beginnen hier.
Allerdings verstoffwechseln Tiere Nährstoffe anders als Menschen.
Ein bei Mäusen oder Ratten beobachtetes Ergebnis kann nicht automatisch auf den Menschen übertragen werden.
Tierversuche liefern Hypothesen.
Humanforschung bestätigt sie.
Die wichtigste Frage
Beim Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels lautet die Frage nicht einfach:
„Wurde es getestet?“
Es lautet:
„Es wurde gezeigt, dass es beim Menschen in bedeutsamen Mengen in den Blutkreislauf gelangt?“
Hier Bioverfügbarkeit wird wichtig.
Bioverfügbarkeit bezeichnet den Anteil eines Nährstoffs oder Wirkstoffs, der aufgenommen wird und dem Körper zur Nutzung zur Verfügung steht.
Zwei Nahrungsergänzungsmittel können exakt denselben Inhaltsstoff in exakt derselben Dosierung enthalten und dennoch je nach Formulierung sehr unterschiedliche Mengen in den Blutkreislauf abgeben.
Die Lücke zwischen Qualität und Wirksamkeit
Hier sind viele Verbraucher verwirrt.
Ein Nahrungsergänzungsmittel kann:
- Rein.
- Frei von Schadstoffen.
- Richtig dosiert.
- Nach hohen Standards hergestellt.
Und dennoch schlecht wirken, wenn der Wirkstoff nicht effektiv aufgenommen wird.
Qualitätstests zeigen Ihnen, was sich in der Flasche befindet.
Das sagt nicht unbedingt aus, wie viel Ihr Körper tatsächlich nutzen wird.
Das sind zwei unterschiedliche Fragen.
Worauf sollten Sie achten?
Bevor Sie einem Werbeversprechen vertrauen, fragen Sie sich:
- Auf welche Art von Tests wird Bezug genommen?
- Basiert der Nachweis auf Laborexperimenten oder klinischen Studien am Menschen?
- Wurde die Aufnahme (Bioverfügbarkeit) tatsächlich gemessen?
- Gibt es veröffentlichte Daten aus Humanstudien, die die Wirksamkeit der Formulierung belegen?
Diese Fragen gehen über Marketing hinaus und helfen dabei, Qualitätsversprechen von aussagekräftigen wissenschaftlichen Belegen zu unterscheiden.
Das Wichtigste in Kürze
„Getestet“ ist ein wichtiges Wort.
Doch für sich allein erzählt das nicht die ganze Geschichte.
Die vertrauenswürdigsten Nahrungsergänzungsmittel verbinden strenge Qualitätskontrollen mit Nachweisen dafür, dass ihre Inhaltsstoffe aufgenommen werden und dem Körper zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Bei Auralenti sind wir überzeugt, dass das Verständnis der Wissenschaft hinter einem Nahrungsergänzungsmittel genauso wichtig ist wie das Nahrungsergänzungsmittel selbst.
Denn das Ziel besteht nicht einfach darin, ein Produkt zu kaufen, das getestet wurde.
Es geht darum, eine Wahl zu treffen, die auf die Arten getestet, die tatsächlich zählen.
